30. Dezember 2010

Die 13 Monate - Der Dreizehnte Monat

Nun habe ich auch meine Monate vernachlässigt, sowohl in Bildern als auch in Herr Kästners Worten - aber den Dreizehnten möchte ich dennoch aufschreiben


Der Dreizehnte Monat 


Wie säh er aus, wenn er sich wünschen ließe?
Schaltmonat wär? Vielleicht Elfember hieße?
Wem zwölf genügen, dem ist nicht zu helfen.
Wie säh er aus, der dreizehnte von zwölfen?

Der Frühling müßte blühn in holden Dolden.
Jasmin und Rosen hätten Sommerfest.
Und Äpfel hingen, mürb und rot und golden
im Herbstgeäst.

Die Tannen träten unter weißbeschneiten
Kroatenmützen aus dem Birkenhain
und kauften auf dem Markt der Jahreszeiten
Maiglöckchen ein.

Adam und Eva lägen in der Wiese
und liebten sich in ihrem Veilchenbett,
als ob sie niemand aus dem Paradiese
vertrieben hätt.

Das Korn wär gelb und blau wären die Trauben.
Wir träumten, und die Erde wär ein Traum.
Dreizehnter Monat, lass uns an dich glauben!
Die Zeit hat Raum.

Verzeih, dass wir so kühn sind,
dich zu schildern.
Der Schleier weht, dein Antlitz bleibt verhüllt.
Man macht, wir wissen's, aus zwölf alten Bildern
kein neues Bild.

Drum schaff dich selbst!
Aus unerhörten Tönen,
aus Farben, die kein Regenbogen zeigt.
Plündre den Schatz des ungeschehnen Schönen.
Du schweigst? Er schweigt

Es tickt die Zeit.
Das Jahr dreht sich im Kreise.
Und werden kann nur, was schon immer war.
Geduld, mein Herz. Im Kreise geht die Reise.
Und dem Dezember folgt der Januar.

Erich Kästner

gute Wünsche

Nach langer Abstinenz möchte ich nun allen die hier lesen einen guten Beschluss des alten Jahres wünschen, und einen wunderbaren Start ins Jahr 2011 - ich wollte und konnte einfach die letzten Monate nicht schreiben, zu viele Gedanken kreisten - zu viele Dinge in meinem Freundeskreis trafen mich mit voller Wucht, und stellten das virtuelle Leben hinten an.

Segen für ein neues Jahr

Mögest du 
all den Worten
das Schweigen
singen hören
und in den 
Nachrichten
Menschen begegnen

Mögest du in den
tausend Ansprüchen 
deiner Tage
immer wissen
dass dies dein Tag ist

Mögest du
mit Zuversicht
einen Schritt
vor den anderen setzen
das Notwendige tun
im Wissen
dass du nicht alles
tun kannst

 Mögest du dich
in Zeiten der Verwirrung
an die erinnern
die vor dir gingen
im Vertrauen
dass der richtige Weg
sich zeigt
manchmal unvermutet
oder an überraschenden Orten

Mögest Du jeden Tag
ein Lachen
ein gutes Wort
den Duft des Brotes
finden
Lichter in der Nacht
dazu manchmal den Mond

Mögest du weinen können
zur Zeit des Schmerzes
und jemanden haben
der dann an dich denkt

Möge jeder Deiner Tage
dein sein und
jeder deiner tiefen Träume
aufwachsen
und reifen für dich

'Christiane Faschon'