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13. Mai 2011

Elternsprechtag 3

Wie ich es ja schon einmal schrieb, hasse liebe ich Elternsprechtage 'hüstel' ......und nachdem ich den letzten Elternsprechtag erfolgreich ignorierte (das hat mich ganz schön Mut gekostet - aber mir ging es gut dabei), war gestern der Besuch des Sprechtages vom Krümel unbedingt fällig.
Wie immer musste ich mir laut Sohn keinerlei Gedanken machen, weil alles ganz gechillt ist im Moment - aber auch diese Aussage kannte ich ja schon. Auch dieses Mal begleitete er mich, deutlich nervöser als sonst, was nicht gerade Gutes vermuten ließ.

Auch dieses Mal war ich sehr rechtzeitig an der Schule - und auch dieses Mal war Bio und Chemie meine erste Anlaufstelle (allerdings dieses Mal nicht von einer Lehrkraft unterrichtet). Der Bio-Lehrer kam gleichzeitig mit uns an und ich hatte einen echten Durchmarsch. Mitarbeit und Abfragenoten bei 2 - sehr interessierter Schüler (Verwechslung ausgeschlossen, das Krümelkerlchen sollte mit zum Gespräch). Chemie mit Latein das HassLieblingsfach schlechthin war nicht der Brecher, aber es sind auch hier keine Katastrophen passiert (für uns ist eine 4 keine Katastrophe - nur mal so nebenbei)

Ich hatte keine längeren Wartezeiten wie 10 Minuten -  ich bin mir sicher die Lehrer wurden instruiert mich bitte nicht für immer zu vergraulen, denn es war  fast alles ganz anders

- die Noten stimmen
- die Mitarbeit ist gut bis sehr gut
- er ist ein aufgeweckter Schüler
- er versucht Dinge umzusetzen

....... ich bekam wirklich fast ausschließlich positive Dinge über mein Kind erzählt - in fast allen Fächern (er war bei den Gesprächen nicht dabei - und alle Fachlehrer habe ich auch nicht abgeklappert)!!! Langsam fangen Elternsprechtage an mir zu gefallen - ich habe kein Monster, sondern einen liebenswürdigen, wenn auch pubertierenden Teenie, dem man laut Deutschlehrer einfach nicht böse sein kann!!!

Was sich jedoch nicht geändert hat ist, er ist nach wie vor noch unglaublich zerstreut, vergesslich und verplant ............. Nacharbeiten werden auch in Zukunft immer wieder einmal anstehen - auch Mitteilungen über mangelnden Hausaufgabenfleiß oder vergessene Hefte und Bücher werden wohl noch ins Haus flattern - nur nicht mehr wöchentlich (ich habe in diesem Schuljahr erst drei erhalten)

Was sich noch nicht geändert hat, sind diese speziellen Eltern, die einen anschauen und mit den Augen fast ausziehen, und die sich permanent über andere, störende Kinder unterhalten. Aber wenn all das nicht so wäre, dann könnte ich Elternsprechtage ja nicht in Ruhe hassen  ;-)

3. Februar 2011

Schulgedanken

Zuallererst möchte ich mal schreiben, dass es hier im Hause Krümel und Motte das wohl entspannteste Schuljahr ist, seit die Kinder in die Schule gehen
.
Das liegt sicher zum einen daran, dass der Krümel die Klasse wiederholt und altersmäßig endlich angekommen zu sein scheint. Bis auf einen Ausrutscher stimmen die Noten und auch die Mitteilungen und Elterngespräche sind auf ein Minimum reduziert. Wir sind sehr froh uns gegen eine Nachprüfung entschieden zu haben und lassen einfach alles laufen. Sogar in seinem Hassfach Latein wird eine 3 im Zeugnis stehen (hoffe ich).

Bei der Motte läuft alles noch viel, viel besser, als wir uns das je hätten vorstellen können - und da liegt auch gerade das Problem.
Durch einen unglaublich engagierten Lehrer bringt die Motte in diesem Jahr wahre Glanzleistungen mit nach Hause. Mit den Hauptfächern Mathe (2), Deutsch (2) und Englisch (3)  hat sie sich für den sogenannten M-Zug qualifiziert. In allen anderen Lernfächern steht sie auf einer 1. Unsere Intention war es die ganze Zeit sie die Hauptschule durchlaufen zu lassen, und sie, sofern sie es möchte nach erfolgreicher Beendigung dieser noch weiter zur Schule gehen zu lassen, um die Mittlere Reife zu erlangen. Diese kann man in unserer badischen Nachbarstadt innerhalb von zwei Jahren  (Klasse 10 und 11) erwerben.
Nun stehen wir vor einer neuen Entscheidungssituation - sollen wir sie beeinflussen, dass sie auf den M-Zug aufspringen möchte???

Ich persönlich habe ein ganz gespaltenes Verhältnis zu dieser Schulform. Zum Einen muss sie die Hauptschule wechseln und geht dann in die Kleinstadt zur Schule. Die Geborgenheit der relativ kleinen Hauptschule in die sie im Moment geht, müsste aufgegeben werden. Zum Anderen ist der Abschluss des M-Zuges (zumindest hier in der Gegend) noch nicht wirklich als mittlerer Schulabschluss anerkannt, maximal als besserer Hauptschulabschluss. In ihrer Klasse ist sie ein glückliches, unbeschwertes Schuldmädchen - und sicherlich tragen die guten Leistungen das Ihre dazu bei. Könnte sie ihr geliebtes Hobby (das Reiten) dann noch so intensiv ausüben? Nehmen wir ihr eine wichtige Chance, wenn wir sie nicht gehen lassen? Ist nicht mit jedem Schulwechsel ein Klassenwechsel verbunden und ich mache mich nur verrückt und benehme mich wie eine Glucke. Zerstören wir das mühsam erworbene Vertrauen in ihre Fähigkeiten, wenn wir sie nicht gehen lassen - oder auch wenn wir sie gehen lassen?

Fragen über Fragen ....... und ich dachte in diesem Schuljahr werden wir einmal nicht vor irgendwelche Entscheidungen gestellt......

9. Juli 2010

so schön kann Schule sein

Hut ab vor Lehrer(inne)n, die an Wandertagen nicht in Freizeitparks fahren, oder Pseudoausflüge in die Stadt zu den gelbleuchtenden Buchstaben und großen Kaufhäusern machen. Es gibt wirklich Lehrer, die Kinder begeistern können, die sich Gedanken machen - und vor allem auch viel Arbeit - solche die Mut beweisen. Die Motte geht gerne in die Schule - sie sehnt zwar auch die Ferien herbei - aber bei so, soooooo tollen Ausflügen, fällt es einfach leichter noch ein bißchen durchzuhalten.






.....für die tollen Bilder hat im Übrigen auch der Klassenlehrer gesorgt - alle Kinder bekamen eine Bilder CD mit super-superschönen Bildern!

29. April 2010

Elternsprechtag 2

Gestern war er nun also, der gefürchtete Tag - ich muss gestehen meine Psyche spielte so sehr verrückt, dass der Morgen schon mit realem Bauchgrummeln anfing (mein Verstand sagt zwar, das müsse nicht so sein - aber welcher Körper hört schon immer auf den Verstand)

Das Motteneltengespräch übernahm dankenswerter Weise mein Mann - so konnte ich mich ganz auf den Marathon des Krümels konzentrieren.

Pünktlichst um 17.00 war ich in der Aula der Schule, mit der Liste der Krümellehrer in der Hand. Den Krümel hatte ich mitgenommen - zum einen um mir Gesellschaft beim Warten zu leisten - zum Andern wollte ich ihn in die Sprechstunden der Lehrer mitnehmen, die es erlaubten.

Chemie und Biologie war unser erstes Ziel, bei einer Lehrkraft - 2 Fächer auf einen Streich - gut ausgedacht, aber nachdem schon 18 Personen vor uns warteten.....lieber doch erstmal nicht.

Dann eben Deutsch - nur 4 Wartende vor uns, und eine nette Mutter eines Klassenkameraden als Gesprächspartnerin - dabei erfuhr ich dann auch von der Chemieschulaufgabe, die morgen geschrieben wird. Fazit: mittelmäßiger Schüler mit mit wechselndem Interesse - die nächste Zensur wird mündlich sein - ein Ausarbeitung über die Trümmerliteratur (für 13 Jährige sehr spannend)

Latein- nur 8 Elternteile, die vor uns warten (dabei erfahren das die Schulaufgabe vom Montag ein harter Brocken war - die schwerste des Jahres, weil Cäsar - aha - der Krümel hatte bislang ein gutes Gefühl - nun nicht mehr) - das Angstfach schlechthin - sehr netter Lehrer - sehr verständnisvoll - baut den Krümel auf - zeigt ihm auf was in ihm steckt - ich bin sehr angetan!

Wieder ein Versuch Chemie/ Biologie ................ die Warteschlange ist gewachsen und ich erkenne immer noch Wartende, die schon standen als ich das erste Mal schaute.

Mathematik - ich stelle mich als fünfte an - der Krümel neben mir wird immer bleicher - die Augen werden etwas wässrig - Gesprächsbedarf *seufz* - er hat also heute eine Matheschulaufgabe nachgeschrieben *nochmehrseufz* - ein Thema verstanden - eines nicht. Der Mathelehrer ist gleichzeitig der Klassenlehrer - nimmt den Krümel wie er ist - sieht eine deutliche Besserung auch der etwas chaotischen Arbeitsweise - schaut mal ganz schnell über die Schulaufgabe - so ganz schlecht schaut es nicht aus - versucht den Krümel zu ermutigen, den Kopf nicht in den Sand zu stecken.

Eigentlich mag ich jetzt nach Hause fahren!!!

Englisch - keine Eltern weit und breit zu sehen - super - dafür warte ich 15 Minuten vor verschlossener Türe - der Krümel wird wieder blass - mir schwant nichts Gutes - schnell wird noch eine 5 gebeichtet. Die Lehrerin schlägt uns ein Refresher - Kurs vor - zufällig ist noch ein Platz frei - der Krümel ist erleichtert - ihm fällt merklich ein Stein vom Herzen - er bekommt Struktur - er freut sich auf den Kurs, Busverbindung ist auch kein Problem - der Lehrer des Kurses bekannt und superstreng, aber der Krümel findet ihn gut. Ich finde die Situation gut gelöst.

Nun also doch Chemie und Bio - es sind nur noch 10 Leute vor uns ......... die nach mir ankommende Mutter entpuppt sich als Frau meines ehemaligen Klassenkameraden - nettes Gespräch - obwohl mir die Lust auf Gespräche schon fast vergangen ist. Ich weiß einmal mehr, dass ich ein total chaotisches, verschusseltes Kind habe - das wenig Arbeitsbereitschaft zeigt.

Ich möchte nur noch fliehen - aber Physik ist ja auch ein wichtiges Fach (ein Lieblingsfach des Krümels) - aber 15 Menschen vor mir - einfach zu viel - inzwischen ist es auch 19.30 - und ich beschließe zu gehen.

Wir nehmen den Seitenausgang - kommen am Sprechzimmer des Wirtschaft- und Recht Lehrers vorbei - ohne Warteschlangen - also beim Heimgehen diesen einen noch ......... hier erfahre ich, dass ich ein ganz tolles Kind habe, mit sehr großem Interesse am Unterricht - immer dabei - Mitarbeit klasse - sich verbessernd ............... spricht der von meinem Kind??? Offensichtlich, der Krümel ist ja dabei - Verwechslung ausgeschlossen.


"Mama - war das der schlimmste Elternsprechtag"

....am liebsten würde ich schreien 'NEIN - das war er nicht - es war einer der Besten!!!!'

Meine Nacht war kurz - wieder die Grübeleien - machen wir das Richtige - wie können wir ihn noch besser unterstützen - wieder das Wehren mit Händen und Füßen, wenn ich an ein Internat denke - sollten wir seiner Begabung doch gerechter werden - soll ich ihn doch mehr an die Hand nehmen ................. heute herrscht bei mir Chaos im Kopf .................kenne ich doch unser Kind mit seinen wunderschönen Seiten und auch den Fehlern, aber reicht das was ich ihm versuche zu geben - eine relativ unbeschwerte, glückliche Kindheit und Jugend zu haben - ihn zu einem gesellschaftsfähigen jungen Mann zu erziehen - oder werden wir ihm doch nicht gerecht?

22. April 2010

Elternsprechtag 1

Habe ich je geschrieben, welche Tage die grauseligsten im ganzen Jahr sind? Elternsprechtage(die Gänsehaut kommt schon beim alleinigen Schreiben des Wortes).

Es gibt ja verschiedene Systeme des Elternsprechtages - ich glaube ich habe auch schon recht viele Varianten durch.

Gehen wir von einem Elternsprechtag von 17.00 - 19.00 aus

Variante 1:

Eltern von Kindern deren Anfangsbuchstaben des Familiennamens von A-L beginnt 17.00- 18.00 Uhr
Eltern von Kindern deren Anfangsbuchstaben des Familiennamens von M-Z beginnt 17.00- 18.00 Uhr

.....was bedeutet, dass ich immer in der zweiten Gruppe zu finden sein werde, und sich schon entsprechende 'Staus' gebildet haben werden, denn an die 5 Minuten Sprechzeit halten sich die wenigsten.

Variante 2:

Sprechzeit von 17.00-19.00 Uhr

.....kann gut klappen oder nicht - entweder alle Eltern(meist Mütter) sitzen um 17.00(besser noch um 16.45 - da muss man nicht so lange warten ;-) ) in Reih und Glied vor dem Klassenzimmer und man hat das Pech als Zehnte zu kommen oder man kommt kurz vor Ende des Sprechtages. Wenn man Pech hat, kommen genau auf diesen Gedanken sieben andere Eltern - oder der Lehrer ist schon weg, weil eine halbe Stunde niemand kam und sowieso nur noch die Motteneltern fehlen

Varinate 3:

An weiterführenden Schulen gerne so gehandhabt -die Schüler schreiben die Eltern in Listen die vor den Klassenzimmern der entsprechenden Lehrer hängen ein.


.......erstens muss man das Kind unter Androhung von lebenslangem PC-Verbot dazu bewegen in den knappen Pausen den eigenen Namen bei der Lehrkraft wo Kind zuletzt so richtig schön gemurkst hat einzutragen, und dann auch noch einen Termin zu bekommen (ich habe mir sagen lassen, je älter man wird um so einfacher wird es unter richtigem Einsatz entsprechender Ellenbogentaktik einen der begehrten Plätze zu ergattern. Manchmal sind schwärmen die Kinder auch in aus um ihren und den Namen von 5 Klassenkameraden in entsprechende Liste einzutragen. Dabei kommen dann ganz nette Konstellationen heraus.
Mathe 17.20 Zimmer 308 - 3. Stock
Latein 17.25 Zimmer 003 - Keller
Physik 18.45 Zimmer 128 - 1. Stock
Deutsch 18.50 Musiksaal im Obergeschoss nur zu erreichen über die hintere Treppe am Kellerzugang.

Variante 4:

Ansitzen - das heißt um 17.00 Uhr kommen, mit der Liste aller Lehrer die das Kind/dieKinder in irgendeinem Fach haben. Anschließend heiteres durchs Schulhaus rasen und überlegen ob man sich in die Schlange vor der Physiklehrerin einreiht (17 Personen) oder ob man zum Geschichtslehrer (1 Person vor mir, eine zwei im letzten Zeugnis) geht, den man eigentlich gar nicht auf der Liste hat, der aber so tolle kurze Wartezeiten hat. Fragen über Fragen

Variante 5

Nicht hingehen .............. als interessierte Eltern nimmt man dann natürlich die Sprechstunden der verschiedenen Lehrkräfte wahr. Das führt jedoch dazu das man im Laufe der Zeit von allen Seiten freundlich begrüßt wird (jaaaaa auch bei einer Schule mit knapp 800 Schülern), vom Hausmeister, von diversen Lehrern, vom Rektor ....ah die Frau Krümel und Motte ist wiedereinmal da (was hat der Krümel denn heute schon wieder ausgefressen hängt quasi unausgesprochen in der Luft).

Variante 6

Nicht hingehen - nicht am Elternsprechtag und auch sonst nicht - niemals - gar nicht - never ever ........und dann die Kinder irgendwann einige Jahre später mit erfolgreichem Schulabschluss als stolze Eltern in die Arme schließen - OK, das war jetzt die Wunschvariante - aber die hätte doch was!!!


Wenn jetzt an beiden Schulen, so wie es in der nächsten Woche bei uns sein wird gleichzeitig Elternsprechtag ist, dann wird es sehr chaotisch - aber ich werde berichten (vielleicht sollte ich noch schreiben, dass mein Mann eine noch viel größere Abneigung gegen Elternsprechtag hat, meist hat er ausgerechnet an diesen Tagen äußerst wichtige Termine um 17.00 - welch ein merkwürdiger Zufall )

22. März 2010

Feriengedanken

Einschließlich heute sind es noch 5 Tage ..........

- 5 x fragen 'Habt ihr Hausaufgaben auf?'
- 4 x klingelt der Wecker noch um 6.00 (dumm nur, dass ich im Anschluss Frühdienst habe)
- 4x Pausenbrote machen
- 4x Ermahnungen 'Hast du dein Pausebrot und Trinken eingepackt'
- 4x antreiben mit den Worten 'Bitte Krümel und Motte nicht trödeln - auf geht's'
- 4x androhen 'Wenn ihr den Bus verpasst - ich fahre Euch nicht!'
- 4x aus dem Badfenster den Kindern hinterherwinken
- 4x motivieren 'Das schafft ihr noch - es sind nur noch 4 Tage, dann sind Ferien'
- 4x fragen 'Habt ihr an alles gedacht - sind die Sportsachen (ersetzbar durch *) dabei?'
- 4x Daumen drücken und gute Gedanken schicken für Arbeiten die noch geschrieben werden
- 3x nerven 'Ist die Schultasche gepackt?'
- 3x ein Kind von der Schule holen, weil erst Stunden später ein Bus fährt
- 3x vorangekündigtes Geld mitgeben für Kopien - Ausflüge - WTG
- 3x noch Sportsachen waschen
- 1x einmal für einen Tagesausflug Proviant verpacken (4 Stunden Busfahrzeit machen hungrig)

* Trompete - Handarbeitsachen - Schürze - Notenmappe - zu unterschreibende Zettel - Geld - Busfahrkarte .......


.....habe ich eigentlich schon einmal geschrieben, dass ich mich auf die Ferien freue!!!!

Das was ich hier mit einem Augenzwinkern geschrieben habe, wird sich sicherlich so, oder ähnlich in den meisten Familien mit Kindern abspielen/abspulen (welch eine Wortspielerei!).

Manchmal wünschte ich mir bei mir weniger Automatismen, dafür etwas mehr Gelassenheit und Vertrauen in meine Kinder - das fällt mir nicht so leicht, wie ich es mir wünsche. Ich finde darum die Ferien für mich auch sehr nützlich, ich gewinne Gelassenheit zurück - bin nach den Ferien nicht mehr im festen Fahrwasser der Gewohnheiten gefangen - bin lockerer und entspannter. Ich genieße die Zeit mit den Kindern, mit ihnen Dinge gemeinsam zu machen - lesen - Ausflüge - spielen - aufräumen - diskutieren - faulenzen - frühstücken - kochen - einfach nur Quatsch ..........und ich genieße es auch die Kinder unbeschwert zu sehen, ohne den Druck, den die Schule manchmal ausübt!


Als die Kinder noch im Kindergarten waren, konnte ich die Schulkindmütter nie verstehen, die sich auf die Ferien freuten - nun kann ich es.

24. Februar 2010

Schulgedanken 2

Seit ich gestern zum zweiten Mal dieses ganz spezielle Erlebnis hatte, lässt es mich nicht mehr los - dieses Thema.

Als ich gestern das Mottenkind vom Reiten abholte wurde ich gefragt, auf welche Schule die Motte gehen würde. Ich antwortete ohne mir irgendwelche Gedanken zu machen Hauptschule. Was ich dann erlebte war ein roter Kopf der Fragestellerin, ein merkwürdiger Gesichtsausdruck und die Aussage 'Wenn mein Kind nur auf die Hauptschule gehen würde, würde ich mich schämen das zu sagen'.

Im Nachhinein fallen einem natürlich immer die tollsten Sachen ein, die man hätte erwidern können - aber so habe ich das gesagt, was wirklich meiner Einstellung entspricht 'Ich finde man sollte Kinder da abholen wo sie stehen, und nicht da, wo man sie gerne abstellen möchte.'

Der ganze Vorfall hat mich aber angeregt wieder einmal über die Schule und das Schulsystem nachzudenken. Die Motte ist 10 Jahre alt, und geht in die 5 Klasse einer ganz normalen Hauptschule. Sie wurde meines Erachtens ein Jahr zu früh eingeschult, weil neue Einschulungregelung(letzter Julitag ist Stichtag). Sie ist ein fröhliches,sportliches und lebenslustiges Mädchen.

Ich soll mich also für dieses Kind schämen, weil es nicht irgendwelchen schulischen Anforderungen einer weiterführenden Schule entspricht - HALLO ?????

Ich wurde schon einmal von einer Arbeitskollegin mit einer solchen Äußerung konfrontiert - sie meinte auch, man würde den Kindern die Hauptschule ansehen - AHA !!!!

Brauchen wir wirklich nur noch Abiturienten und Jugendliche mit Mittlerer Reife. Muss man vielleicht wirklich das allgemeine Abitur vorweisen um Metzger(in), Bäcker(in), Koch/Köchin, Frisör(in), Kinderpfleger(in), Schreiner(in), Verkäufer(in) ............ zu erlernen - oder verzichten wir gar in Zukunft auf unsere Handwerker, die braucht es nicht, die haben nur Hauptschule. Sind nun die Hauptschulabgänger Menschen zweiter Klasse?????

Da wundert es mich nicht wirklich wenn solche Mottengedanken kommen (Mama, alle aus unserer Familie gehen aufs Gymnasium oder die Realschule, nur ich bin dumm) - nein mein Kind, du bist nicht dumm, Du bist genau recht so, wie du bist!!!

Dumm sind meines Erachtens Leute, die solche Aussagen tätigen. Es ist nicht so, dass ich mich nicht freuen würde, wenn die Motte auf die Realschule gehen könnte. Aber zwischen ihr und einer weiterführenden Schule steht die Rechtschreibung, und die ist wirklich eine absolute Katastrophe!!!

Bevor ich mich jetzt weiter in Rage schreibe, werde ich einen kleinen Spaziergang machen, und die ersten Schneeglöckchen suchen gehen.

Ach so - und diese Topflappen (der andere hängt im Schaukasten der Schule) hat mir mein Mottenkind genäht - in der 'Nur - Hauptschule'

4. Februar 2010

Schulgedanken 1

Meistens finde ich es wunderbar auf dem Land zu wohnen- es ist beschaulich, ruhig, und so mancher Wochenendenachmittag hat den Hauch von Urlaub. Wenn ich allerdings an die Schule denke, wünschte ich mir manchmal in einer größeren Stadt zu wohnen.

Wir haben hier nicht wirklich eine Auswahl auf welche Schule wir unsere Kinder schicken wollen. Es gibt eine Grundschule, da gehen die Kinder einfach hin, ob wir das nun gut finden oder nicht. Meine Kinder waren vom ersten Grundschultag Buskinder - das hieß / heißt um kurz nach 6.00 aufzustehen und um 7.00 bzw. kurz davor an die Bushaltestelle zu laufen. Damit müssen sich nun viele Kinder arrangieren - und das war/ist unser kleinstes Problem. Dürfte ich meine Kinder allerdings ins benachbarte(ca. 5 km) Baden Württemberg schicken, müssten/dürften die Kinder eine ganze Stunde später aufstehen. Nun - die Grundschulzeit haben die Kinder hinter sich gebracht, und damit ist auch dieses Thema durch. Besteht der Wunsch das Kind in eine Waldorf oder Montessorie Schule zu schicken, gibt es keine wirklichen Alternativen. Erstens gibt es solche Schulen im Umkreis von 60-70 Kilometern nicht, zweitens sind die Anbindungen an die öffentlichen Verkehrsmittel mehr als bescheiden.

Man kann sich hier auf dem Land kaum erlauben ein Kind zu haben, welches nicht in das vorgegebene Schubladensystem passt. Jedes Abweichen nach oben, unten, rechts oder links stellt für die öffentlichen Schulträger meist ein Problem da.

Mein Pubertist zum Beispiel ist ein solches Exemplar. Er wurde mit knapp 6 Jahren als 'Kann-Kind' eingeschult, hat dann mal flugs das 2 Schuljahr übersprungen, ist jetzt 13 Jahre alt, und wird Anfang der 10. Klasse 14.
Irgendwann pfiff uns die 'Diagnose' Hochbegabung um die Ohren. Wer jetzt aber glaubt, dass wir uns nun überglücklich in den Armen lagen und uns des Lebens freuten irrt - gewaltig.

Ich brauchte über ein Jahr um dieses Wort überhaupt aussprechen zu können (ich konnte einfach nicht annehmen das unser Kind so sein soll)- habe mich fast geschämt dafür, war einerseits stolz auf mein schlaues Kerlchen, andererseits war ich total am Boden zerstört - Stunden verbrachte ich damit, dem Kind zu lernen wie man Schleifen bindet (ich konnte ja schlecht den Sportlehrer am Gymnasium bitten, meinem Kind die Schuhe zu binden...und glauben Sie mir, es gab Tränen auf beiden Seiten)...Ende der 6. Klasse klappte es dann endlich - "Ups Mama - kannst du bitte in die Schwimmhalle kommen, ich habe vergessen die Unterhose unter der Badehose auszuziehen" ........... solche Situationen gab es vor ein paar Jahren fast täglich ................heute kann ich von Herzen darüber lachen, damals blieb mir das Lachen im Halse stecken. Zu dieser Zeit hätte ich ihn gerne in eine andere Schule geschickt, glauben Sie mir. Internat kam/kommt für uns nicht in Frage.

Er hat kein ADS - ADHS - ist aber sehr zerstreut, und allen Ernstes wurde uns vorgeschlagen, ihn mit Medikamenten in die richtige Bahn zu bringen - nur weil er nicht funktioniert wie andere Kinder - niemals - lieber etwas mehr angesägte Nerven und zu unterschreibende Schulbriefe, und dafür ein glückliches Kind, das es selbst sein darf.

Wenn ich so in mich gehe, stelle ich fest, dass es wohl noch viele Einträge unter der Rubrik 'Schulgedanken' bei mir geben wird.

Was ich aber wirklich noch loswerden möchte ' Ich danke von Herzen allen Pädagogen, die ihm/uns wirklich helfen und geholfen haben - sie waren/sind manchmal mein Strohhalm!'