3. Februar 2011

Schulgedanken

Zuallererst möchte ich mal schreiben, dass es hier im Hause Krümel und Motte das wohl entspannteste Schuljahr ist, seit die Kinder in die Schule gehen
.
Das liegt sicher zum einen daran, dass der Krümel die Klasse wiederholt und altersmäßig endlich angekommen zu sein scheint. Bis auf einen Ausrutscher stimmen die Noten und auch die Mitteilungen und Elterngespräche sind auf ein Minimum reduziert. Wir sind sehr froh uns gegen eine Nachprüfung entschieden zu haben und lassen einfach alles laufen. Sogar in seinem Hassfach Latein wird eine 3 im Zeugnis stehen (hoffe ich).

Bei der Motte läuft alles noch viel, viel besser, als wir uns das je hätten vorstellen können - und da liegt auch gerade das Problem.
Durch einen unglaublich engagierten Lehrer bringt die Motte in diesem Jahr wahre Glanzleistungen mit nach Hause. Mit den Hauptfächern Mathe (2), Deutsch (2) und Englisch (3)  hat sie sich für den sogenannten M-Zug qualifiziert. In allen anderen Lernfächern steht sie auf einer 1. Unsere Intention war es die ganze Zeit sie die Hauptschule durchlaufen zu lassen, und sie, sofern sie es möchte nach erfolgreicher Beendigung dieser noch weiter zur Schule gehen zu lassen, um die Mittlere Reife zu erlangen. Diese kann man in unserer badischen Nachbarstadt innerhalb von zwei Jahren  (Klasse 10 und 11) erwerben.
Nun stehen wir vor einer neuen Entscheidungssituation - sollen wir sie beeinflussen, dass sie auf den M-Zug aufspringen möchte???

Ich persönlich habe ein ganz gespaltenes Verhältnis zu dieser Schulform. Zum Einen muss sie die Hauptschule wechseln und geht dann in die Kleinstadt zur Schule. Die Geborgenheit der relativ kleinen Hauptschule in die sie im Moment geht, müsste aufgegeben werden. Zum Anderen ist der Abschluss des M-Zuges (zumindest hier in der Gegend) noch nicht wirklich als mittlerer Schulabschluss anerkannt, maximal als besserer Hauptschulabschluss. In ihrer Klasse ist sie ein glückliches, unbeschwertes Schuldmädchen - und sicherlich tragen die guten Leistungen das Ihre dazu bei. Könnte sie ihr geliebtes Hobby (das Reiten) dann noch so intensiv ausüben? Nehmen wir ihr eine wichtige Chance, wenn wir sie nicht gehen lassen? Ist nicht mit jedem Schulwechsel ein Klassenwechsel verbunden und ich mache mich nur verrückt und benehme mich wie eine Glucke. Zerstören wir das mühsam erworbene Vertrauen in ihre Fähigkeiten, wenn wir sie nicht gehen lassen - oder auch wenn wir sie gehen lassen?

Fragen über Fragen ....... und ich dachte in diesem Schuljahr werden wir einmal nicht vor irgendwelche Entscheidungen gestellt......

4 Kommentare:

  1. oh weh,...Thema Schule,.....
    schwierig!!!
    Wenn sie sich wohlfühlt würde ich sie an der Schule lassen,.....
    wir haben uns bei dem großen auch damals für die Hauptschule entschieden,.....und auch er hat eine Klasse wiederholt und kommt super klar,.......
    ich denke fast,das ein guter hauptschulabschluß Typ B mehr wert ist.....als ein mäßiger realschulabschluß.....
    bei der kleinen haben wir uns jetzt für die realschule entschieden,...obwohl sie eine eingeschränkte Emphelung fürs gymnasium hat,.....obs richtg ist weis ich auch nicht,....

    lieben gruß von
    Karla

    AntwortenLöschen
  2. Liebe C.
    Ich kann Deine Überlegungen gut nachempfinden. Mein Sohn beendet in diesem Jahr die Hauptschule. Eine nette kleine intime Hauptschule.( Ich habe ja schon mal berichtet)

    Er ist -nach langem Leidensweg- ein glückliches entspanntes Kind, und hat trotz eines relativ bequemen Lebens sehr gute Noten. Er könnte jetzt -im Anschluss- die so genannte Werkrealschule in einem Jahr draufsetzen, allerdings an der Schule, an der ich ihn auf keinen Fall haben wollte. (Ich weiß nicht, ob das mit dem bayrischen M-Zug vergleichbar ist)

    Unsere Entscheidung ist aber für die 2 jährige Variante "Berufsfachschule" gefallen. Zum einen würde ihm das Zusatzjahr von seiner körperlichen Reife her gut tun, zum anderen empfehlen die Lehrer unserer Schule diesen Weg zu nehmen.

    Und bei uns ist es auch so, jetzt läuft grad alles mal entspannt. Warum unnötig Druck machen. Die Abgänger der BFS sind für viele Berufe fast besser qualifiziert, als Realschulabgänger, denn der Schulweg war praxisnaher.
    Im Kurs unserer Tochter, die zur Zeit das WG an eben diesem Schulzentrum in Deiner Nachbarschaft besucht, sind sogar Schüler, die erst Hauptschule gemacht haben und dann die 2 Jahre aufgesattelt haben.

    Ich weiß, keine leichte Entscheidung!

    Viel Glück und Erfolg bei dem, was Ihr entscheidet und bei dem, was Du zukünftig vorhast!
    Viele liebe Grüße
    Sabine
    Vielleicht treffen wir ja irgendwann mal in eben diesem Schulzentrum aufeinander. ;-)

    AntwortenLöschen
  3. Hier ist noch ein Opfer des Schulsysthems. Wir haben S. auf die Hauptschule gehen lassen. Und nun will sie den "Mittelschulzweig" (sagen die hier schon alle) machen. Und macht sich selber Stress. Die Noten passen gut, aber es wird die Ruhe weg sein, die sie die letzte Zeit so genossen hat. Was ist nun besser? Guter Quali, oder die Mittlere Reife, die sich noch gar nicht durchgesetzt hat. Wer erkennt sie denn schon an? Und wer berät nun Eltern, die sich nicht mehr auskennen?
    Und dann noch eine grosse Schwester, die ABI hat und studiert. "Du musst sie gehen lassen, dann kann sie auch noch auf die ....Fachabi!"
    Das ist so schwierig!
    Liebe Grüsse
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Susanne, ich würde sie da lassen, wo sie glücklich und erfolgreich ist. Später kann sie alles nachholen. Vergiß die Pubertät nicht, die es auch nicht leichter macht. Ich habe auch zuerst die Hauptschule gemacht. Danach wollte ich unbedingt weitermachen, weil ich ja um alles in der Welt Krankenschwester werden wollte. Das war der beste Antrieb für mich.
    Ganz herzliche Grüße, die Christiane

    AntwortenLöschen