Ich bin mir sehr sicher, dass es das richtige Beschäftigungsfeld für mich wäre - und doch kann es nicht gleich sein. Ich müsste unabhängiger sein - und das kann ich nicht, solange die Kinder noch zu Hause sind.
Nun hat sich im privaten Umfeld eine 'Begleitung' ergeben - er war auf einmal einfach da - der Weg, den wir nun gemeinsam beschreiten. Wir haben nie darüber gesprochen, dass ich sie begleite....... und doch ist es klar.
Noch ist das Ende des Weges nicht in sichtbare Ferne gerückt - noch ist so viel geballtes Leben da - und doch zieht der Tod die Kreise immer enger - noch nicht sichtbar, aber fühlbar.
Noch ist so viel Lachen, Freude, Albernheit, Humor (manchmal auch schon Galgenhumor) in unseren Gesprächen - aber auch hier merke ich wie sich eine leise Wehmut einschleicht, wie die Gespräche immer mehr in die Tiefe gehen, auf das Wesentliche beschränkt. Wie sich manchmal Entsetzen breitmacht, wenn wir begreifen.
Noch berühren uns die gegenseitigen Tränen etwas eigentümlich, nicht schamhaft - es gibt keinen Ausdruck dafür.....
Sie ist mir täglich nahe - und ich merke mit jedem Tag stärker wie aus einer Sympathie eine Bekanntschaft, und aus der Bekanntschaft eine Freundschaft und aus der Freundschaft eine Liebe zum Herzen dieses Menschen wird.
Doch dann kommen auch Momente, wo ich Angst habe - Angst zu versagen - Angst das nicht aushalten zu können - Wut, weil es so ist wie es ist - Trauer und Tränen - schlechte Laune und ungerecht sein - Zweifel an mir selbst .............. und doch möchte ich es so
Keiner wird gefragt
wann es ihm recht ist
Abschied zu nehmen
von Menschen
Gewohnheiten
sich selbst
irgendwann
plötzlich
heißt es
damit umgehen
ihn aushalten
annehmen
diesen Abschied
diesen Schmerz des Sterbens
dieses Zusammenbrechen
um neu
aufzubrechen
(Margot Bickel)
wann es ihm recht ist
Abschied zu nehmen
von Menschen
Gewohnheiten
sich selbst
irgendwann
plötzlich
heißt es
damit umgehen
ihn aushalten
annehmen
diesen Abschied
diesen Schmerz des Sterbens
dieses Zusammenbrechen
um neu
aufzubrechen
(Margot Bickel)

Hallo, ich weis wovon du sprichst!
AntwortenLöschenHab Sonne im Herzen und liebe Grüße
Silvia-Maria
Liebe C., Du wirst es schaffen.
AntwortenLöschenJa, es wird schwer, aber auch sehr leicht.
Ja, es wird traurig, aber auch sehr beglückend.
Ja, es wird hart, aber auch sehr sanft.
Aber Du wirst sehr reich zurückbleiben wenn es soweit ist.
Ich umarme Dich ganz herzlich, liebe Grüße, die Christiane
erstmal danke für Deinen Kommentar bei mir - es ist immer hilfreich - ein wenig Teil von allem zu sein...
AntwortenLöschenDein Post hier ist sehr bedrückend schön - hoffentlich verstehst Du das richtig. Es ist gut - sehr gut, sich mit der Problematik auseinanderzusetzen und es einfach nicht todzuschweigen. Leute, die "Zeit" haben zum Sterben machen es den Leuten drum herum leichter, doch sich selber schwer. Sie wissen um die Momente, die nicht wiederkommen, um die Schwächen, die auf sie zukommen. Wenn Du jemanden begleitest, dann gibt es eben alle Farzetten des Lebens: Freude, Trauer, Unverständnis. Aber Du wirst auch feststellen, es gibt den Moment, wo man eventuell den anderen gut gehen lassen kann, wo man weiß, daß die Schmerzen des anderen so stark sind, daß man sich wünscht, daß der andere es schaffen möge zu gehen!
(Ich spreche ein wenig aus leidvoller Erfahrung, da meine Mutter sehr früh gestorben ist und dieser Krankheitsprozess sehr langwierig war...)
Also - ich finde es auf jeden Fall wichtig und gut, das Thema Tod IMMER in das Leben zu integrieren, denn wenn es eine Geburt gibt, dann gibt es auch einen Tod!
Ich wünsche Dir die Kraft für die unabhängigkeit - die Kraft für die richtigen Entscheidungen und die Kraft auch loszulassen(das halte ich für das Schwierigste).
Ganz liebe Grüße Tinki
Der Post ist wunderschön. Das klingt nun vielleicht "verkehrt". Aber ich spür aus Deinen Zeilen, dass Du es gut und richtig machst.
AntwortenLöschenEs gibt ja gar nicht mehr viele Menschen mit solch einer Sonne im Herzen wie Du sie hast. Und Du wirst es gut schaffen. Und Zweifel, Tränen, Wut sind sooo normal. Meine Mama ist sehr früh an ALS gestorben. Ein langes Sterben. Deshalb weiss ich was Du meinst.
Unsere Kinder verstehen und begleiten da mehr, als wir ahnen. Geburt und Leben gehört wirklich zusammen. Früher, als ein Baby kam haben die Alten in unserem Dorf gesagt:"Jetza wird einer gehn müssn" Mach das mal heute. Da kommt doch nur noch Entsetzen auf. Aber es ist der Lauf des Lebens. Ich bewundere Dich für Deine Pläne
Liebe Grüsse
Elisabeth