Das Mottenkind hat nun auch oft am Sonntagvormittag eine Reitstunde. Sie bekommt mit einigen anderen Mädels die Grundlagen des Springens beigebracht. Das heißt für uns oft sehr zeitig aufzustehen, denn wir möchten auf die sonntäglichen Familiendinge, wie ein gemeinsames Frühstück und andere Verpflichtungen (das Mottenkind ist Messdiener in) ungerne verzichten.
Dann schwingt sich die Motte in die Reitausrüstung und ich in den Zwiebellook und wir fahren zum Reitstall. Anfangs hatte ich einen Heidenrespekt vor den großen Tieren - das hat sich ein bißchen gelegt. Während die Motte das ihr zugewiesene Pferd putzt und sattelt und verwöhnt streichelt und beschmust, habe ich Zeit für mich. Zeit spazieren zu gehen - die Stille zu genießen - meinen Gedanken nachzuhängen - in mich zu gehen - mit mir ins Reine zu kommen ........ einfach Zeit für mich selbst zu haben.

Wenn die eigentliche Reitstunde dann angefangen hat, finde ich mich meist zum Zuschauen wieder ein - anfangs ist das noch recht harmlos, und ich kann schon prima auf die Kommandos des Reitlehrers die Fersen nach unten nehmen, den Oberkörper gerade halten, und kurz vor dem Hindernis unter Hochspannung stehen.
Manchmal denke ich mir, ich sollte gar nicht zusehen - nachdem die Motte in hohem Bogen vom Pferd abgestiegen ist, mir blieb fast das Herz stehen. Das tapfere Kind stieg aber lächelend und verdreckt von Kopf bis Fuß wieder auf selbiges und ich durfte dann noch eine weiter halbe Stunde Herzflattern haben ..... ich glaube ich werde die Spaziergänge zukünftig etwas ausdehnen müssen .....
Verdreckt, glücklich, mit strahlenden Augen, dezent nach Pferd duftend und hungrig fuhren wir dann wieder nach Hause.
Zwei Vorteil hat die Reiterei - die Motte lernt fleißig und ohne mit der Wimper zu zucken, denn sie weiß, dass die Noten nicht darunter leiden dürfen ;-).......... und ich bin trotz der Adrenalinschübe mit mir im Einklang und kann die vergangene Woche verarbeiten.
Ich finde es immer wieder faszinierend, dass Menschen - egal welchen Alters - für Dinge, die sie selbst erwählen und mit dem Herzen tun, ganz viel Mut und Kraft aufbringen. Schön, dass deine Tochter solch ein Feld für sich erobert und du sie dabei begleiten kannst.
AntwortenLöschenHabt eine schöne Woche!
Fröhliche Montagsgrüße
Susanne